Donnerstag, 5. September 2013

Kreativität

Was bedeutet es eigentlich, kreativ zu sein?
Muss ich Malen, Zeichnen, Basteln oder Handarbeiten können, um kreativ zu sein?
Anlässlich des kreativen Septembers habe ich mir hierzu ein paar Gedanken gemacht.

Amala schreibt in ihrem Aufruf, dass sie keinen Menschen kennt, der nicht kreativ ist. Jeder sei ein Künstler.
Und ja, auch ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch ein Künstler ist, auch wenn er dem keinen sichtbaren Ausdruck verleiht.
Das Einzige, das man braucht um kreativ zu sein ist meiner Meinung nach Phantasie und die Lust am Denken und "Sich-Etwas-Vorstellen".

Unter diesem Aspekt ist kein Mensch unkreativ.
Menschen die ein Buch lesen sind kreativ. Sie stellen sich die Handlung vor, in ihren Gedanken spielt sich die Szene ab, von der der Autor berichtet. Und es ist vollkommen schnuppe, ob es sich bei dem Buch oder Text um einen Fantasy-Roman handelt, einen Krimi oder sei es nur ein Artikel in der Zeitung. Ich glaube nicht, dass ein Mensch einen Text lesen kann, ohne sich dabei das Gelesene vorzustellen. Vielleicht am Anfang des Lesen-Lernens, wo die Worte noch nicht so recht einen Zusammenhang ergeben wollen. Aber diese Startschwierigkeiten hat wohl jeder, wenn er etwas völlig Neues lernt. Nicht umsonst sind in allen Schulbüchern die ich kenne Illustrationen, um dem Text Leben einzuhauchen.

Damit komme ich zum nächsten Punkt, der immer noch mit Texten zu tun hat. Haben euch jemals Illustrationen in einem Buch gestört? Ihr seit in ein Buch eingetaucht, habt vielleicht 20 Seiten gelesen und dann taucht auf einmal eine Zeichnung des Hauptcharakters auf.
Je älter man wird, desto weniger sind die Bücher illustriert, klar. Aber früher hat es mich total gestört, wenn mein im Kopf entstandenes Bild vom Hauptcharakter wie eine Seifenblase zerplatzt, nur weil der Autor ein völlig anderes Bild hatte.
Ist das Eingrenzung von der eigenen Kreativität, oder einfach nur ein "Anstupser", "schau mal, so sieht der Charakter aus"? Hat das jemanden von euch auch gestört?

Von Buchverfilmungen will ich gar nicht anfangen, die meisten Menschen sind doch immer enttäuscht, wenn ein Buch nicht so verfilmt wurde wie MAN SELBST es sich vorgestellt hat...
Aber zurück zur Kreativität.

Was ist Kreativität? Der Wikipedia-Eintrag ist tatsächlich ziemlich lang, ich habe ihn nur überflogen und einen Satz herrausgepickt:
"...Demzufolge wäre Kreativität die zeitnahe Lösung (Flexibilität) für ein Problem mit ungewöhnlichen, vorher nicht gedachten Mitteln (Originalität) und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung (Ideenflüssigkeit), die für das Individuum vor der Problemlösung in irgendeiner Weise nicht denkbar ist (Problemsensitivität)."

Und was heißt das jetzt? Ohne diesen ganzen Beitrag zu lesen drückt dieser Satz gut aus, dass wirklich alle Menschen kreativ sind. Jeder Mensch hat mal Probleme, vor dessen Lösung er steht.

Beispiel: Die kaputte Spülmaschine meiner Oma.  Meine Oma kann nicht mehr allzu gut den Arm benutzen, sie ist auf die Spülmaschine angewiesen. Sie muss also möglichst schnell eine Lösung finden und dafür hat sie mehrere Möglichkeiten:
1. Sie versucht die Maschine selbst zu reparieren (unwahrscheinlich)
2. Sie bittet jemanden aus der Familie die Spülmaschine zu reparieren
3. Sie ruft einen Handwerker an
4. ...

Auch wenn dieses Beispiel vielleicht nicht zu 100% mit der Definition übereinstimmt, so muss meine Oma ihre Gedanken fließen lassen, um eine Lösung zu finden. Sie ist kreativ.

Wir sind also auch im Alltag kreativ, egal was wir tun. Im Prinzip bei jeder Handlung. Wir stellen uns vor, was geschieht, wenn wir jetzt erst das machen, oder doch lieber das andere.
Wir visualisieren und meistens ist das nicht nur ein Gedankengang, sondern mehrere gleichzeitig, die wir versuchen zu lenken.
Wenn das nicht kreativ ist...

Mit diesem "kreativen" Beitrag nehme ich am kreativen September teil.

Herzliche Grüße,
Atessa

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