Mittwoch, 2. April 2014

Jahreshustentinktur

Am Wochenende habe ich mit meinem Freund ganz viel Bärlauch gesammelt und noch dazu zwei Sträußchen Huflattichblüten.
Ich finde es so unglaublich faszinierend, was uns die Natur alles bereitstellt, es ist ein Kommen und ein Gehen, es passiert nicht alles auf einmal sondern schön nacheinander und dennoch ist eine Fülle vorhanden, die mich schlichtweg umhaut!

Der Huflattich ist (obwohl gar nicht so selten) für mich eine sehr faszinierende Pflanze. Früher habe ich alle gelben Korbblütler für Löwenzahn gehalten, die verschiedenen Arten lerne ich erst nach und nach kennen=)
Ist es nicht spannend, dass der Huflattich erst blüht und danach wachsen die Blätter?
Die Blätter haben ihm auch den Namen gegeben, erinnern sie doch an Hufe.

Ich möchte euch eine ganz besondere Idee vorstellen, die Natur in ihrem Jahreskreis ganz genau zu beobachten. Diese Idee ist aus dem Buch von Coco Burckhardt, "Alles aus Wildpflanzen".

Über das Jahr sammelt man alle Heilpflanzen, die einem im Winter bei Erkältung gegen Husten helfen können in einer großen Flasche mit Alkohol. Die erste Heilpflanze, die bei Husten hilft, ist der Huflattich ;)
Nach und nach kommen immer weitere Pflanzenteile hinzu, bis man im Herbst eine tolle Hustentinktur hat. Laut Buch kann man daraus einen Sirup kochen (das stelle ich mir dann irgendwie wie Likör vor^^), der bei Husten eingenommen werden kann.

Schaut mal, dies sind die Kräuter, die ich gerne noch sammeln möchte.
Schlüsselblume werde ich in der Apotheke kaufen, da sie ja geschützt ist in Deutschland.

Wie findet ihr diese Idee? Man kann solch eine Tinktur ja auch für andere Dinge anlegen, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Selbst wenn es aus irgendeinem Grunde nicht so klappen sollte, wie ich mir das vorstelle, so habe ich immerhin die Natur ganz genau beobachtet und kann mich an die schönen Sammelstunden erinnern- und auch das ist Medizin in den trüben Wintertagen!

Hat jemand Erfahrung mit dem Kochen von Sirup aus einer Tinktur? Gibt es besonderes zu beachten?
Herzliche Grüße,
Atessa

Kommentare:

  1. Eigentlich eine gute Idee, obwohl ich erst skeptisch war wegen der unterschiedlichen Zeit, welche die nacheinander zugefügten Kräuter zum Ziehen haben. Aber es handelt sich ja nur um eine Spanne von ca. 3 Monaten.
    Mit Erfahrungen zum Sirup kochen kann ich leider nicht dienen.
    Ich hatte mit letztens überlegt Brennesseln für Tee zu sammeln, bin aber hier in Stadtnähe immer unsicher ob da nicht Schadstoffe oder Hundepipi mehr VERgiften als zu entgiften.

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    1. Aus welchem Grund bist du skeptisch wegen der Zeit? Bis im Herbst die Engelwurzwurzeln hinzukommen dauert es ja noch länger als drei Monate.
      Passieren tut da ja nichts, die Pflanzenteile liegen ja im Alkohol und man kann Kräuter eigentlich ja darin so lange liegen lassen, wie man möchte. Manche sagen, so geht auch "die Seele der Pflanze" nicht verloren.
      Vielleicht kannst du in einem größeren Park sammeln? Die Schadstoffe sind ja leider eh überall, selbst im Wald ist man davor nicht gefeit =(

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  2. Liebe Atessa!

    Ich gebe ja zu, was mich an diesem Post am meisten fasziniert, sind gar nicht die erblühende Natur draußen oder dass du so fleißig bist und Kräuter sammelst. Nein, es ist die hübsche Gestaltung der Flasche und deine beneidenswert wunderschöne Handschrift! *staun* Wow!

    Kräutrige Grüße,
    deine Moami

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  3. Danke für diese schöne Anregung, Atessa! Die Idee finde ich wirklich klasse. Nimmt man die Pflanzen eigentlich heraus, bevor die nächsten reinkommen, oder bleiben die alle bis zum Schluss drinnen? Wenn ich Tinkturen mit Zucker versetzen will, dann rühre ich den Zucker erst mal kalt ein und erwärme die Mischung langsam, bis sich der Zucker gelöst hat. Wenn man es länger kochen lässt, verdampft ja der Alkohol und vor allem auch die ätherischen Öle und letztere will man ja an sich gerne behalten. Wegen denen macht man schließlich oft einen alkoholischen Auszug ;-)

    Wie ist denn das Buch von Coco Burckhardt? Das klingt ziemlich spannend. Sind da noch mehr so tolle Rezepte drin?

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Weitersammeln,
    Miri

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    1. Ich lasse alle Pflanzen bis zum Schluss im Alkohol, dann habe ich das Maximum herausbekommen denke ich =D
      Danke für deine Erfahrung bezüglich des Sirupkochens mit Alkohol. Gerade wegen des Verdampfens habe ich mir Sorgen gemacht und wenn man das ganz langsam macht funktioniert es? Ich bin ja wirklich gespannt.

      Das Buch von Coco Burckhardt ist soooooo super! Ich werde auf jeden Fall mal eine Rezension dazu machen (hatte ich eigentlich schon längst geplant), aber bis dahin kannst du dir diese hier durchlesen:
      http://experimentselbstversorgung.net/alles-aus-wildpflanzen/
      Da bekommst du auch ein paar Einblicke.
      Das Buch ist auf jeden Fall eine super Ergänzung zu dem Buch der Lüders!

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  4. Ja, wenn man den Zucker schon mal kalt in die Tinktur einrührt, löst sich schon eine Menge. Man braucht das Ganze ja auch nicht kochen lassen, weil es durch den Alkohol schon konserviert ist. Und bei den flüchtigen Inhaltsstoffen wie Alkohol und ätherische Öle gilt einfach nach den Gesetzen der Chemie, je heißer und je länger, umso mehr davon verdampft ;-)

    Und jetzt hast du mich schon wieder total neugierig auf ein Buch gemacht. Das kommt bestimmt auch noch auf meine Wunschliste.

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