Freitag, 24. Juni 2016

Kräuterbündel: Sonne im Herzen

Wie gestern bereits angekündigt habe ich mich trotz Hitze zu einer großen Wiese in der Nähe begeben, um nach Johanniskraut Ausschau zu halten. Es ist wirklich großartig, mit langer Hose und Schuhen durch die glühende Wiese zu stiefeln, der Schweiß rennt, die Brille rutscht. Aber es war lustig :)
Was haben die Frauen früher getragen, um ihre Beine vor Dornen und allerhand Getier zu schützen, aber trotzdem nicht in der Sonne zu zerfließen? Naja, da man ja eigentlich nur Johanniskraut in der prallen Sonne ernten sollte, haben die Damen vermutlich auf einen bedeckteren Tag gewartet :)
In der Mitte der Wiese unter großen Birken hat jemand einen Zaun errichtet und darin sogar eine Feuerstelle angelegt. Aber ich glaube, die wurde noch nicht benutzt, vielleicht haben Kinder das Ganze zum Spielen und "So-tun-als-ob" angelegt.
Auf der ganzen Wiese blüht der Gewöhnliche Natternkopf, meines Wissens nach nicht für Heilzwecke zu verwenden, aber schön anzusehen.
Und dann diese SoldatenKönigskerzenreihen! Ich freue mich schon so auf die Blüte! Seit ich die vielen Rosetten im letzten Jahr sah kann ich es kaum erwarten, die Blüten zu sammeln.
Die Königskerze ist eine so schöne und tolle Pflanze, auch in diesem Jahr wird sie die Mitte eines Kräuterbuschens bilden. Die Idee mit dem Färbebuschen fand ich nämlich super, wird wiederholt. Zu Heilzwecken habe ich die Pflanzen lieber einzeln in Gefäßen, da staubt auch nichts zu.
Meine Ausbeute Johanniskraut war schon gut, es stehen aber noch einige Pflanzen auf der Wiese, die noch geschlossene Knospen haben. Darum habe ich noch keine Pflanzen zum Färben gesammelt, nur zur direkten Verarbeitung. Rotöl ist auch schon angesetzt, hoffentlich wird es dieses Jahr etwas :)
Zu Hause habe ich die Pflanzen erst einmal sortiert, ich habe nämlich unseren Garten noch geplündert, weil ich Räucherbündel herstellen wollte. 
Die Zusammenstellung ist dem Video entnommen, das Luana in diesem Post gezeigt hat: 
Sonne im Herzen, bestehend aus Johanniskraut, Melisse, Kamille und Thymian.
Ich möchte aber empfehlen die Bündel auf jeden Fall fester zu binden als die der Dame im Video. Mir wäre die Gefahr zu groß, dass sie ein brennendes Blatt oder eine Blüte löst, wo es bei ihr nicht wirklich fest gemacht ist.
Dieses Mal bin ich noch etwas anders vorgegangen, um dem Bündel noch mehr Festigkeit zu geben.
Nachdem alle Pflanzenteile entsprechend zusammengestellt waren umwickele ich das ganze Bündel einmal mit dem Baumwollfaden (wichtig, kein Polytier!!), damit es schon mal zusammenhält. Außerdem verspreche ich mir davon, dass es beim späteren Abbrennen das Ganze zusammenhält, wenn ein "Grundfaden" vorhanden ist.
Weiter gewickelt wird über Kreuz, rauf und runter, möglichst oft einen Knoten machen.
Plötzlich tauchte dieser niedliche Geselle zwischen dem Thymian auf =D Der hat mich sehr erfreut und viele lustige Bewegungen gemacht.
Drei Bündel habe ich so gebunden, in einem ist zusätzlich Beifuß mit drin.
Wo ich dann schonmal in der Hexenküche stand, habe ich auch gleich den Franzbranntweinansatz abgeseiht und in Flaschen gefüllt. Er duftet richtig schön harzig und waldig, ich bin gespannt, ob er wirkt. Sonst koche ich daraus Fichtennadellikör.
Sieht das nicht toll aus? Wie Elfenstaub im Glas =)
Die kleine Schnecke schaut auch schon Richtung Wochenende.
Herzlichst,
Atessa

Kommentare:

  1. Was für eine süße Schnecke! :-)
    Wenn es bei uns jetzt etwas trocken bleibt, will ich unbedingt auch die Räucherbündel versuchen. Mit einem kleinen Sonnwendsträußchen habe ich schon mal angefangen. Womit genau hast du denn deinen Franzbranntwein angesetzt? Fichtelnadeln pur?

    Liebe Grüße,
    Miri

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    1. Fichtennadeln und Korn. Im Rezept stand auch noch was von Günsel, den habe ich nur leider nicht gefunden bei mir. Aber Vogelmiere oder Melisse konnte man wohl auch hinein geben, ich habe es jetzt nur mit den Fichtennadeln versucht und ich bin gespannt :)

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